Wie funktioniert die Beschneiung einer Skihalle?

Eine Skihalle zu Betreiben bedeutet viel Energie aufbringen zu müssen. Schnee muss erzeugt werden und vor allem darf dieser nicht wieder schmelzen. Um das Schmelzen zu verlangsamen bringt der produzierte Schnee selber spezielle Eigenschaften mit. Die Luft der Skihalle und der Boden müssen gekühlt werden. Doch wie funktioniert das genau?

Schneemaschine
Schneemaschine "SnowBox" zur Beschneiung von Skihallen

Trinkwasser in Schnee umwandeln

Der Schnee in Skihallen in Deutschland wird aus Strom und Trinkwasser ohne chemische oder biologische Zusatzstoffe hergestellt. Für die Schneeerzeugung wird ein so genannter Schneeerzeuger verwendet.

Die Firma SnowBOX GmbH ist Spezialist für die Beschneiung von Skihallen. Mit der eigens entwickelten „SnowBOX“ hat die Firma eine Möglichkeit geschaffen, nahezu unabhängig von der Außentemperatur, ganzjährig Schnee vor der eigenen Haustür zu produzieren. Die Skihalle Skidome ist eine der Skihallen, welche diese ausgereifte Technik nutzen.

Schneemaschine
Mitarbeiter wartet die Schneemaschine "SnowBox".

Energie- und Materialverbrauch der Schneemaschine

Die Schneemaschine kann je nach Ausführung 20 bis 100 Kubikmeter am Tag erzeugen. In der Minute setzt die SnowBox 4,5 bis 21 Liter reines Trinkwasser ohne chemische und biologische Zusätze in perfekten, sehr gleitfähigen Schnee um.

Funktionsweise der Schneeerzeugung mit der SnowBox

Mit lediglich 2-4 Bar wird das Wasser in die Maschine gepumpt und an gekühlten Walzen zu Eis umgewandelt. Die Oberflächentemperatur an den Walzen liegt bei ca. -11 bis -14°C. Ein spezielles Scharbermesser löst das Eis von der Walze und zerkleinert es bei diesem Vorgang.

Die SnowBOX macht sich das Prinzip der Scheibeneiserzeugung zu Nutze. Bei Scherbeneis handelt es sich um kleine flache Eisscheiben. Die Scheibeneiserzeugung ist ein spezielles Verfahren, welches sich grundsätzlich von der Brucheiskonsistenz (Crashed Ice) unterscheidet und für die Umwandlung in ein schneeähnliches Produkt besser geeignet ist.

Durch das spezielle Abschabverfahren sowie einer zweistufigen Austragungseinheit (ähnlich einem Mahlwerk) wird das gefrorene Wasser zerstäubt und in weißen Schnee umgewandelt. Anschließend wird der Schnee mit einem pneumatischen Schlauchsystem ausgeblasen.

Beschneiung der Skihalle Ski Dome
Beschneiung der Skihalle Ski Dome mit Schneedüse.

Beschneien einer Skihalle

Mit der speziell für Skihallen entwickelten POWDERstream Schneidüse ist es in einer Skihalle sogar möglich den Schnee von mindestens 2,5 Metern fallen zu lassen. Dem Besucher wird so der Eindruck vermittelt, dass es tatsächlich schneit.

Bei diesem Verfahren wird ein Ringdüsenkopf auf das Ende des Schneeschlauches montiert und ein Luft-Wassergemisch eingespritzt. Diese Technologie erhöht die Schneequalität und Schneemenge. Um es dem Skihallenbesucher so angenehm wie möglich zu machen, wird durch ein spezielles Vorgehen die Nebel und Staubbildung auf ein Minimum reduziert.

Schnee in der Skihalle Snowtropolis
Schnee in der Skihalle Snowtropolis.

Eigenschaften des gewonnenen Schnees

Der neue Schnee steht dem natürlichen Schnee auf der Piste am Hang in nichts nach. Der Schnee hat eine strahlend weiße Farbe und eine firnähnliche Konsistenz, welche hervorragende Gleiteigenschaften mitbringt.

Da der Schnee bei Temperaturen zwischen -11 bis -14°C erzeugt wird, ist er kälter und besitzt eine geringere Oberfläche als ein natürliches Schneekristall. Diese Faktoren und die höhere Dichte des Schnees führen zu einem besseren Kältepotenzial und damit zu einer ca. dreimal langsameren Schneeschmelze im Vergleich zu natürlichem Schnee.